E-Mail an Peter Pfisterer

Hallo Peter,
nachdem ich deine E-Mail heute morgen geöffnet hatte, musste ich auch gleich dein neues Buch total neugierig öffnen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass du weiter schreiben würdest. Du hattest anderes angekündigt. Das erinnert mich an einen tschechischen gewitzten Autor, der sein Erstlingswerk „Meine gesammelten Werke“ nannte. Er war damit so erfolgreich, dass er weiter schreiben musste. Sein zweites Buch nannte er dann „Wortbruch“. Ich kann mich an seinen Namen gar nicht mehr
erinnern, habe ihn vor ca. 40 Jahren gelesen.

Dein Buch erscheint mir als Vollendung einer TRILOGIE. Die Dreifaltigkeit ist für mich ein GESETZ DER SEELE, die sich bei dir jetzt vollendet hat. Auch deine „WebPage“ habe ich gleich geöffnet und gesehen, dass du sie weiter gefüllt hast. Ich finde es SEHR WICHTIG, dass du deine „Page“ selbst editieren kannst und keine Web-Agentur als Mittler brauchst.

Deine letzte Mail vor einem Monat (28.1.) war ja genau an meinem Geburtstag, inzwischen hat auch Christiane ihr Diplom, das weißt du sicher. Ich habe ihr auch
ein Gutachten geschrieben, über das sie sich sehr gefreut hat.

Du hast wirklich eine GABE, dich den „Fragen des Lebens“ zuzuwenden und sie mit einfachen Worten zu beantworten. Wenn ich dagegen schreibe, habe ich das Gefühl,
mein lesendes Gegenüber müsse schon Philosophie studiert haben, um mir folgen zu können (jetzt übertreibe ich sicher etwas).

Mein Sohn (41) hat mir kürzlich mitgeteilt, dass er jetzt auch „esoterisch“ sei, was mich sehr gefreut hat. Ich will „ihm zu Ehren“ eine kleine Schrift verfassen: „Was ist Esoterik?“ Der Begriff kommt von Pythagoras und seiner Mysterienschule. Die Esoteriker waren sein „innerer Kreis“, also seine unmittelbaren Schüler, die EXOTERIKER waren der äußere Freundeskreis, die die Schule unterstützen, aber nicht unmittelbar zu den Schülern gehörten.

Du hast natürlich „recht“, wenn du schreibst, Esoterik sei „nach innen“ gehen.
Und doch wird es dann spannend, wenn man „Esoterik“ und „Spiritualität“ unterscheidet. Tepperwein galt lange Zeit als DER ESOTERIK-PAPST im deutschsprachigen Raum. Der Begriff „Esoterik“ ist inzwischen sehr schillernd geworden – bis hin zu den berühmten und abwertend gemeinten „Esoterik-Tanten“. Unter Esoterik kann man so vieles verstehen – bis hin zum Okkultismus, also Geheimlehren. Dabei leben wir in einer Zeit, in der alle Geheimnisse gelüftet werden wollen. Nur die dunklen Mächte fischen noch im Trüben. SPIRITUALITÄT ist in meinem Verständnis die „runderneuerte“ Esoterik des Wassermann-Zeitalters: Keine Geheimnisse und keine Geheimlehren mehr – die Offenbarung des Mysteriums für ALLE.

Warum ich dir sofort schreibe: Ich bin gerade auch in einer Phase, in der ich mich der Bibel wieder zu-Wende. Du weißt wahrscheinlich, dass WALSH und FERRINI auch zu meinen Lieblingsautoren gehören. Ich glaube 😉 ich habe alles Deutschsprachtige von ihnen gelesen. Dann hat mir das regelrechte STUDIUM von Teilhard de Chardin enorm viel gebracht, der Jesuitenpater, der zugleich Wissenschaftler war. Er war der erste,
der Wissenschaft und Spiritualität wieder versöhnt hat. Ich habe dazu eine dreiteilige Fortsetzungsreihe in einer spirituellen Zeitschrift verfasst. Er sprach vom „Herz der Materie“. Für ihn war die Materie nicht „tot“, er hat die SEELE der Materie (MATER, Mutter Erde) christlich begründet.
Wundervoll!

Ich lese gerade verblüfft und voller Begeisterung einen JUDEN, der zentrale Bibelstellen für mich ganz neu deutet. Gestern noch habe ich sein Büchlein gelesen: „GottMutter. Die weibliche Seite Gottes“. In meinem Vor-Urteil war das Judentum die wohl patriarchalichste Religion auf dem Planeten (neben dem Islam?). Was für ein Fehlurteil und was für falsche Bibelübersetzungen (auf die du ja auch hinweist)!

So ist das hebräische Wort HERR „in Wahrheit“ ein weibliches Wort (DIE Herr) und meint DIE Herrschaft des SEIN, WEIBLICH. GOTT (artikellos) ist im Hebräischen als SEIN tendenziell weiblich. SCHÖPFUNG im Sinne von GEBÄREN ist auch weiblich, das NACH AUSSEN bringen. Dagegen ist das NACH INNEN GEHEN im Hebräischen MÄNNLICH. Natürlich! Das „Eindringen“ ins WEIBLICHE. Sind das nicht völlig neue Sichtweisen! Männlich = nach innen | weiblich = nach außen.
Da kommt wohl vieles „vom Kopf auf die Füße“.

Wir kennen ja die katholische „Dreifaltigkeit“ VATER – SOHN – HEILIGER GEIST. Die ur-jüdische „Dreifaltinkeit“ lautet: ANNA (die wahre „Mutter Marias“) – MARIA – JESUS. Auch hier wieder die Dominanz des Weiblichen.

Und noch etwas: Es interpretiert die SCHLANGE als KAUSALITÄTS-KETTE. Es ist das WERDEN IN DER ZEIT. Die „Schlange“ (das Gesetz der Kausalität) verführt uns dazu, ausschließlilch in der KAUSALITÄT DER ZEIT zu leben. das Paradies ist dagegen das EWIGE (akausale) LEBEN jenseits der Zeit. der „Sünden-Fall“ ist der FALL IN DIE ZEIT, die „gefallenen Engel“, das Sich-Verstricken IN DER ZEIT.

Das ist der jüdische Mystiker Friedrich Weinreb, der mir eine völlig neue Sicht auf die Bibel geschenkt hat. Er ist ein „Buchstabengelehrter“ im „wahrsten Sinne des Wortes“ (auch eine spannende Formulierung, oder?)

Grundsätzlich finde ich die „Auflösung“ in deinem neuen Buch „richtig“: aus dem ENTWEDER-ODER in das Denken des SOWOHL-ALSAUCH zu kommen. Das ist ein Quantensprung. Wir sind mit dem ENTWEDER-ODER in der Welt der Dualität gefangen. Das umarmende SOWOHL-AUSAUCH ist dagegen Herz-Denken. … Und der MYSTIKER sagt dann lächelnd: WEDER-NOCH. Wie du Laotse zitiert hast: Die „ganze Wahrheit“ lässt sich nicht formulieren. Das war übrigens mein entscheidender Gedanke, mich mit ZAHLEN-MYSTIK (Pythagoras) zu beschäftigen: die PURE SPRACHE DER ZAHLEN. Wie weit kann sich die Zahlen-Mystik „der Wahrheit“ nähern, ohne der Babylonischen Sprachverwirrung zu verfallen? Mein nächstes Buch heißt im Arbeitstitel: Das Mysterium der ZWEI. Es könnte die EINS-Fältigkeit des MONO-Theismus sprengen. Meine Parole: DIE ZWEI ist DIE EINHEIT (wieder beides weiblich). Die EINS alleine ist ein bewegungsloser Monolith. Erst in der ZWEI beginnt es zwischen ZWEI Ampituden zu schwingen – mit einer NULL-Linie. Und schon sind es DREI.

Ich freue mich auf das 3. Werk in deiner Trilogie – und gebe dir dann mein Feedback. Da wir hier mit Christiane auch eine „Dreierbande“ haben, gebe ich meine E-Mail an dich auch Christiane im CC weiter, dein Einvernehmen vorausgesetzt.

Mein Zugang zu meinem AMAZON-Konto als Verlag (seele.shop) ist immer noch blockiert. Ich interpretiere es so, dass ich im Moment noch „Hausaufgaben im Inneren“ zu machen habe, bevor ich wieder NACH AUSSEN mit dem Vertrieb der Bücher über Amazon gehen kann. Christiane hat die ersten 50 Bücher von meinem „Das Buch der Berufung“ gelagert und wartet auf die Versendung (Amazon-Adressaufkleber).

DANKE, Glück-Wunsch, Peter,
und ALLES LIEBE
Jürgen